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Teneriffa
Magazin Ausgabe 93 - März 2003
Für Klaus Neuner kann Teneriffa zum
"Hollywood der Modefotografie" aufsteigen
Teneriffa - Millionen Fotos hat er
geschossen. In fast jedem Land der Welt.
Mit Primitivkameras wie der Allerwelts-Kodak-Box aus den 50ern, analog
im Mittelformat, digital mit der neuesten Technik und mit dem neuen
"Ferrari" der Profis - der 10.000 Euro teuren EOS 1DS mit 11 Megapixel
von Canon, für derzeit bestmögliche Auflösung im Poster- und
Plakatformat.
Nur eines kann er um nichts in der Welt verputzen - wenn andere ihn
selbst fotografieren.
Nicht mal eine Handvoll Fotos gibt es
von Klaus Neuner, dem Fotografen.
Oder besser gesagt: gab es! Denn Mitte März haben wir ihn voll erwischt
- als er bei einer Foto-Session im Luxushotel Villa Cortés in Playa de
las Américas nur ein Auge für kanarische Models hatte.
Auf Teneriffa hat er sich auch
niedergelassen. Und sucht Models von zwei bis 72. Krabbler für
Krabbler-Mode, und Senioren für Seniorenthemen.
Auf der Kanareninsel startet er mit einer Agentur für Models und
Modefoto- und Katalog-Agentur:
www.tenemodel.com.
Mit seinen Model-Aufnahmen
regionalisieren das Teneriffa-Magazin und das Canaria-Magazin ab sofort
die Titelseite der 14-tägigen Rundfunk- und TV-Beilage. Models und
Schauplätzen der Titelseite kann der Leser ab sofort also auch
persönlich begegnen.
Für Neuner kann Teneriffa schnell zum
"Hollywood der Mode-Fotografie" aufsteigen.
"Weil es das beste Licht der Welt hat, und den besten
Landschafts-Kontrast der Welt.
Bizarre Vulkan-Krater mit Fast-Viertausender-Gipfel, zugleich
wildromantische Barrancos, und die traumhaftesten Sonnenuntergänge am
Sandstrand, mit den Nachbarinseln La Gomera und La Palma im
untergehenden Gegenlicht."
Kurzum all den Stoff, aus dem die Träume der Profi-Fotografen und
-Filmer sind.
Seine Agentur Tenemodel.com spricht vor
allem kleine und mittlere Versender und Anbieter von Mode- und
Sportbekleidung an.
Vom sonnigen Anzeigenmotiv bis zur kompletten Katalog-Kollektion
liefert Neuner alle Fotoarbeiten.
Der Fotostandort Teneriffa ist für ihn und seine Model-Agentur auch
deshalb geradezu ideal: Seine ständigen oder ad-hoc-Teams rekrutieren
sich aus aufeinander eingespielten Mitarbeitern wie Models, Stylistinnen,
Visagistinnen und Texter, arbeiten also ebenso hochprofessionell wie
preiswert - ein Argument, das im Europa der schrumpfenden Werbetöpfe
immer zugkräftiger wird.
Klaus Neuner selbst offeriert einen
ganzen Bauchladen an Foto-Service:
Aussehen und fotografiert werden wie ein Fotomodell, an den schönsten
Schauplätzen der Insel.
Oder Foto en Casa, zum Beispiel. Die eigene Finca, der heimische Pool,
werden zum Fotostudio für ganz persönliche Fotos.
Oder Foto Eremitage. Für den, der nicht selbst über eine 250 Jahre alte
romantische Salpeter-Hütte verfügt.
Neuners gesamtes Fotoarchiv mit
hunderttausenden Aufnahmen aus den letzten Jahrzehnten und aus allen
fünf Erdteilen war kürzlich in Garmisch unversichert "abgesoffen".
Eigentlich wollte der demnächst 50-jährige nie mehr wieder auf den
Auslöser drücken.
Sarah
verführt Neuner.....
Auf Teneriffa lässt er sich von einer
Gestoria das Auto ummelden. Die Mitarbeiterin der Gestoria hiess Sarah,
war bildhübsch, und fragte Neuner nach seinem Beruf. "Ach, sagen Sie
mal, könnten sie nicht ...?" Womit Neuners Keuschheitsgelöbnis, was das
Fotografieren anbelangt, im Handumdrehen von zarter Hand geknackt war.
Wer ihn Mitte März beim Foto Shooting im
Hotel Europe Villa Cortés einen Nachmittag beobachtet hat: Viel länger
als Tage hätte der Fotograf aus Beruf und wohl auch aus Berufung ohnehin
nicht abstinent leben können.
Cristina ist gerade 20, und neben Sarah
(21), Gabriela (26) und Matthäus (18) viel versprechende Neuentdeckung
Neuners. Klaus Neuner kommt gegen seine Gewohnheit ins überschwängliche
Schwärmen, wenn er die Models lobt, wie top sie posieren, mit den Augen
und mit ihrem Körper sprechen.
Wer annimmt, Neuner selbst und alleine würde "Regie" führen, Stellungen
und Einstellungen diktieren, der kennt die quirlige Roberta noch nicht.
Stylistin nennt sie sich. Aber Regisseurin wäre die treffendere
Job-Bezeichnung.
Wann immer Neuner auf den Auslöser drücken will, fummelt Roberta von
neuem am Model herum, findet da noch eine kleine Blume fürs Haar, zupft
am Bikini, winkelt das linke Bein an, nimmt einen Teil der Strähne aus
den Augen.
Bei mindestens der Hälfte der Neuner-Fotos müsste unbeabsichtigt
eigentlich Roberta zu sehen sein. Mitunter findet auch Neuner selbst ein
Haar in der Suppe.:
"Das Gelbe da auf dem roten Pajero aus Polynesien! Ach so, das
Quittungsschild aus der Reinigung!"
Und erotische Aufnahmen?
Wenn Privatkunden das in ihrer intimen Atmosphäre wünschen, warum nicht.
Sonst auch nur auf Eigenwunsch.
Klaus Neuner ist weder schürzen jagender Sonnyboy noch gehört er zu
jener Spezies Widerlinge unter den Fotografen, die damit angeben, vor
ihren Objektiven würde sich jede Generals-Gattin die Bluse aufknöpfen.
Über Hochanständigkeit und Seriosität
würde sowieso zusätzlich Neuners wichtigste Assistentin wachen - seine
Mutter Maria.
Angeblich 82, ist die hochvitale alte Dame bei jeder Produktion mit
dabei - als Aufhellerin, Fototaschen-Trägerin, Kaffee-Besorgerin, für
gute Stimmung und fürs Herz.
pk
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